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Wilesco D141 Werkstatt

Die Wilesco D141 für mein Patenkind.

Wilesco D141 WerkstattJa es ist wie immer - was schenke ich meinem Patenkind. Durch die Rekonstruktion der D16 animiert, kam ich auf die Idee, meinem Patenkind eine Dampfmaschine zu schenken. Leider war mir ein geeignetes neues Modell finanziell zu übertrieben - was manche Leute bei Eb@y teilweise für so `nen Haufen Blech hinlegen??? - da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

So suchte ich recht lange, bis ich zu dem Entschluss kam - es muss ja auch was zum Spielen sein - also mit Zubehör- und Antriebsteilen.
Hier fiel mir sofort von Wilesco das Modell D141 auf, welches eine D14-Dampfmaschine in einer Werkstatt mit Dach und verschiedenen Werkmaschinen an einer Transmissionswelle bereithält. Über eine Kleinanzeigenplattform konnte ich mich mit einem Anbieter über einen machbaren Preis einigen - die Angebots-Bilder sahen zu mindest erst einmal ganz gut aus.

Ach wie freute ich mich, als nun endlich das Paket da war. Beim Auspacken verschwand der D141 von VorneEnthusiasmus schnell. Der Anbieter hatte einfach aus dem Internet ein paar Bilder geklaut und für seine Anzeige genutzt. Als ich ihn deshalb kontaktieren wollte, stellte der sich tot. Nun musste ich dieses für gegeben hinnehmen, und machte mich an die Arbeit.
Leider habe ich aus Frust und auch aus Zeitmangel von dem Dilemma keine Bilder gemacht - wäre sicher sehenswert gewesen.

Was habe ich bekommen:

  • Nach der ersten augenscheinlichen Begutachtung stellte ich fest, dass die komplette Maschine den Zorn eines Malers abbekommen hatte. Die ganze Maschine hatte - trotz Dach - eine schöne feine weiße Nebel-Sprenkel-Lackierung mit Wandfarbe erhalten - also - die Maschine auseinandernehmen und reinigen.
  • Bei der Maschine fehlten einige Teile wie Brennerschieber, Antriebsspiralen und ich musste natürlich noch Heißdampföl, Brennstofftabletten und testilliertes Wasser für den reibungslosen Betrieb besorgen.

Der Workshop:

  • D141 von Vorne DetailAls Erstes habe ich die komplette Anlage in alle Einzelteile zerlegt. Schön ist an diesem Modell, dass man beim auseinandernehmen nicht löten muss. Das Antriebsaggregat kann man nach Abschrauben der Dampfleitung und des Manometersockels von dem Kessel einfach herunternehmen.
    Nach mehrfachen Tests mit verschiedenen Reinigungsmittel, entpuppte sich handelsüblicher Küchenreiniger als geeignet, um die Dispersionsfarbe ersteinmal anzulösen. Es durfte ja kein scharfer Reiniger sein, der den Lack und die Nickelteile angreift - nur Wasser und Seife erwies sich als Wirkungslos. Mit einer alten Zahbürste schruppte ich dann alle Teile mehrfach unter heißem Wasser, bis kein weißer Schleier mehr entstehen konnte. Wer die Ecken und Kanten solch einer Maschine kennt, weiß wovon ich rede. Danach alle Teile ab auf die Heizung zum Trocknen damit sich kein Rost bilden kann.
  • Bei der Reinigung stellte ich dann auch fest, dass der Brennerschieber für die Brennstofftabletten noch teilweise (ohne Griff) in der Führung steckte. Den bekam ich dann mit heißmachen endlich gezogen, ohne die Schieberführung zu demolieren. Die Schieberführung reinigte ich danach mit einer Edelstahlbürste bis sie blinkte.
  • Da auch bei dieser Dampfmaschine das Wasserstandsglas trüb war, schraubte ich den Flansch ab und legte das Glas mehrere Tage in Essig ein. Danach reinigen mit Ceranfeldschaber und wieder in Essig einlegen, bis die Scheibe einigermaßen klar war.
    Im Dampf-Kessel die KesselsteinablagerungDanach habe ich Badreiniger und Essig in den Kessel getan, um den Kesselstein im Inneren anzulösen. Auch hier mit der Zahbürste mehrfach geschruppt, bis er einigermaßen sauber war. Das Problem ist nämlich, wenn zuviel Kesselstein entsteht, dann gibt es Spannungsrisse in dem dünnen Messingblech und die Maschiene fliegt einem unter Druck um die Ohren - es wäre nicht die erste. Danach alles gut mit klarem heißen Wasser gespült und wieder mit dem Kesselflansch und neuen Dichtungen komplettiert. Nun ging es in den Keller - mit Läppscheibe und Polierpaste wurde der Kessel nun auf Hochglanz gebracht.
  • Weil bei dieser Dampfmaschine alle beweglichen Antriebsteile aus einfachem gestanzten Blech sind, konnte ich das Kolbenpleuel,  den Kolbenschieber und die Steuer-Schieber-Stange mit einer kleinen Zange so ausrichten, dass alles parallel leichtgängig bewegbar war. Alle Antriebs-Teile wurden gut gefettet + geölt und für die spätere Montage Beseite gelegt.
  • Beim Betrachten des Manometers stellte ich fest, dass dieses schon über 3 Bar im drucklosen Zustand anzeigte. Nun musste dieses zerlegt und neu justiert werden. Dieses kann ich hier aber keinem raten - ich darf das - weil ich dazu befähigt bin und eine Prüfstation hierfür im Keller stehen habe. Wenn bei Euch ein Manometer mal nicht funktioniert, müsst ihr in den sauren Apfel beißen, und ca. 25,- Euro für ein neues investieren.
  • D141 von LinksNun konnte auch die gesamte Werkstatt Stück für Stück komplettiert werden. Zuerst wurde die gereinigte Brennerschieberführung auf der Grundplatte befestigt und die Antriebsmodelle wie Bohrmaschine, Bügelsäge und Kreissäge auf die Grundplatte aufgeschraubt. Dann befestigte ich den Kessel auf dem Kesselhaus und danach Beides auf der Grundplatte. Nun konnte auch das Antriebsaggregat auf dem Kessel geschraubt und der Kessel mit Dampfleitung, Domdampfpfeife, Manometer und Sicherheitsventil bestückt werden.

Endlich war es so weit:
Nach über zwei Wochen konnte ich nun endlich den ersten Testlauf machen. Was mir bei diesem sofort auffiel - die Maschine läuft absolut ruhig und weich und macht auch ein Geräusch wie eine echte Dampfmaschine - sehr angenehm.
Nur bei der enwickelten Kraft machte ich mir echt Sorgen - ob die Kleine wirklich alle Antriebsteile zieht. Die D141 gibte es noch als E-Version. Bei dieser ist sogar noch ein Dynamo mit Lampe aufgebaut - die Löcher dafür sind schon auf der Grundplatte vorgesehen. Ich glaube nicht, dass die Kraft bei dieser kleinen Maschine ausreichen wird.
Bei diesem Test ergaben sich noch einige andere Probleme, die aber Bauartbedingt (Fehlkonstruktion) sind.

  • D141 von Links DetailDas Dampfventil schloss sich nach der Erwärmung selbständig, weil es zu Leichtgängig war. Also körnte ich die Vernietung an diesem nach, damit es sich etwas schwergängiger betätigen lies.
  • Weiterhin wird bei der D14 der Ablassdampf des Zylinders in den Schornsteinsockel geleitet, damit der Kamin auch augenscheinlich dampft. Dabei wird der Dampf über ein Röhrchen in die Abtropfschale geblasen. Nur leider führt das Röhrchen viel zu weit oben in den Kaminsockel und das Kondenswasser spritzt neben dem Auffangbehälter auf die Grundplatte. Das ist natürlich sehr unangenehm, wenn das ganze Wasser dann unterm Brennerschieber und dann auf den Tisch läuft. Auch können die Brennstofftabletten bei Feuchtigkeit zerspringen. So steckte ich einen passenden Silikonschlauch auf das Röhrchen und bog dieses im Schornsteinsockel so zurecht, dass es genau in die Mitte der Abtropfschale blasen konnte.
  • Als ich die Dampfmaschine danach etwa 10 Minuten in Betrieb hatte, lagerte sich dann Kondeswasser auf dem Sockel ab. Das liegt daran, weil der Schorstein den abkühlenden Dampf nach unten leitet aber die Verbindung vom Schornstein und Sockel ja nur gesteckt und somit nicht dicht ist. Also nahm ich ein PVC-Elektrikrohr im passenden Durchmesser und verlängerte hiermit den Schornstein nach Innen vom Kopf  bis 0,5cm in den Schornsteinsockel hinein. Nun kondensierte der Dampf nicht am Blechschornstein, sondern innen am Plasterohr und tropte in die Auffangschale.
  • Die Dampfmaschine in BetriebDa ich noch eine D21 zu restaurieren habe, bei der das selbe Problem steht, werde ich das bei dieser auch dementsprechend umrüsten.
  • Zum Schluss wurde das Dach mit der Transmissionswelle montiert und die Antriebsmodelle mit den neu bestellten Federspiralen mit dieser verbunden.
    Beim Test dann mit allen Antriebsmodellen bewahrheitete sich meine Vermutung - die Maschine schaffte es gerade so - und dann nur bei Volldampf.

So - jetzt geht alles wie es soll - hoffe ich. Auf dem letzten Bild sieht man, wie klein Georg die Dampfmaschine mit seinen Figuren voll belegte und auch echt seinen Spass hatte - die Maschine lief und lief - den ganzen Abend - und hoffentlich noch recht, recht lange.



Hier sieht man wie schön die Maschine läuft! 

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